Schwarz-Weiss-Aufnahme redigierter Textseiten mit handschriftlichen Anmerkungen

Eine Geschichte kann falsch sein und trotzdem hervorragend funktionieren.

Sie kann Orientierung geben, Entscheidungen erleichtern und von fast allen geteilt werden.

Das Problem beginnt dort, wo die Realität irgendwann nicht mehr zur Geschichte passt – und die Geschichte trotzdem gewinnt.

Die Analysen in diesem Bereich beschäftigen sich mit Sprache, Narrativen und Diskursen. Also mit der Frage, wie Erklärungen entstehen, warum sie stabil werden und was passiert, wenn sie selbst kaum noch geprüft werden.

Geschichten ordnen Realität

Unternehmen brauchen Erklärungen.

Sie müssen sich ein Bild davon machen, wie ihr Markt funktioniert, was Kunden wollen, worin die eigene Stärke liegt oder welche Entwicklung wahrscheinlich ist.

Ohne solche Verdichtungen wäre strategisches Handeln kaum möglich.

Eine Erklärung bleibt aber eine Erklärung.

Sie wird nicht dadurch wahr, dass sie gut formuliert ist, Orientierung schafft oder seit Jahren funktioniert.

Interessant wird es deshalb dort, wo neue Beobachtungen nicht mehr die bestehende Geschichte verändern, sondern innerhalb dieser Geschichte passend gemacht werden.

Begriffe sind nicht so eindeutig, wie sie wirken

Auch Sprache beeinflusst Entscheidungen.

Begriffe wie Transformation, Verantwortung, Innovation, Vertrauen oder Nachhaltigkeit wirken zunächst verständlich.

Das bedeutet nicht, dass alle dasselbe darunter verstehen.

Manchmal entsteht ein Streit deshalb gar nicht dort, wo er sichtbar wird. Zwei Seiten verwenden dasselbe Wort, bauen aber auf unterschiedlichen Bedeutungen auf.

Dann kann eine Diskussion sehr lange dauern, obwohl eigentlich nie über dieselbe Sache gesprochen wurde.

Wenn die Erklärung sich selbst schützt

Eine stabile Geschichte kann fast jede neue Beobachtung aufnehmen.

Erfolg bestätigt sie.

Misserfolg lässt sich erklären.

Widerspruch wird zur Ausnahme.

Gegenbeispiele passen angeblich nicht zum Fall.

Je mehr davon geschieht, desto schwieriger wird es zu erkennen, ob die Erklärung noch Realität beschreibt oder nur noch ihr eigenes Bestehen absichert.

Nicht jede Gegenposition ist deshalb richtig.

Aber eine Erklärung, die nicht mehr widerlegt werden kann, lässt sich auch kaum noch ernsthaft prüfen.

Diskurs verändert den Prüfungsraum

Das gilt nicht nur innerhalb von Unternehmen.

Auch öffentliche Debatten entwickeln Begriffe, Kategorien und Erklärungen dafür, was als vernünftig, moralisch oder akzeptabel gilt.

Das beeinflusst, welche Fragen überhaupt noch gestellt werden.

Eine Position kann sprachlich diskreditiert sein, bevor ihr Inhalt geprüft wurde. Eine andere kann Zustimmung erhalten, weil sie in die bestehende Erzählung passt.

Damit wird Sprache selbst Teil der Urteilsbildung.

Die Analysen

Das Paradox der moralischen Abgrenzung

Wer sich moralisch auf der richtigen Seite sieht, prüft die eigene Position nicht automatisch besser.

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Wenn Geschichten nicht mehr tragen

Eine Erklärung kann lange funktionieren.

Und irgendwann trotzdem falsch sein.

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Ghosting im Vertrieb

Verhalten wird nicht nur beobachtet.

Es wird sofort erklärt.

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Transformation als Anpassungsdruck

Ein positiv besetzter Begriff kann sehr viel voraussetzen, bevor überhaupt geklärt wurde, ob die Richtung stimmt.

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Was das mit Prüfung zu tun hat

Strategische Entscheidungen entstehen immer innerhalb bestehender Erklärungen.

Ein Unternehmen hat Vorstellungen über seinen Markt, seine Kunden, die eigene Position und darüber, was in Zukunft wahrscheinlich passieren wird.

Diese Narrative können tragen.

Sie können aber auch dazu führen, dass bestimmte Annahmen gar nicht mehr als Annahmen sichtbar sind.

Deshalb gehören bestehende strategische Narrative zur Prüfung von nexoPreneur.

Nicht um eine bessere Geschichte zu schreiben.

Sondern um zu prüfen, ob die vorhandene noch erklärt, was tatsächlich geschieht.

Kerstin Mildes Perspektive innerhalb von nexoPreneur richtet sich besonders auf diese Ebene.

Weitere Analysen

Erkenntnis & Entscheidungslogik

Wie aus Beobachtungen Erklärungen werden und wann Plausibilität zur vermeintlichen Gewissheit wird.

Organisation, Wahrnehmung & Verantwortung

Was geschieht mit Informationen, wenn sie innerhalb einer Organisation zwar vorhanden sind, aber keine Wirkung entwickeln?

KI & Entscheidungsrisiken

Was passiert, wenn bestehende Annahmen und Erklärungen technisch übernommen und skaliert werden?