Kerstin Milde nexoPreneur
Kerstin Milde ist Mitgründerin von nexoPreneur.

Ihre Perspektive innerhalb der gemeinsamen Prüfung richtet sich vor allem auf bestehende strategische Narrative, organisationale Selbstbilder und die Frage, ob diese noch zur tatsächlichen Situation passen.

Dabei geht es nicht darum, eine bessere Geschichte zu entwickeln.

Es geht darum, die vorhandene Geschichte zu prüfen.

Welche Erklärung gibt einer Entscheidung Orientierung – und trägt diese Erklärung noch?

Narrative sind mehr als Kommunikation

Ein strategisches Narrativ ist die verdichtete Erklärung, mit der eine Organisation ihre Situation, ihre Richtung und die Logik ihrer Entscheidungen in einen Zusammenhang bringt.

Solche Narrative entstehen nicht nur in Marketing, Leitbildern oder Präsentationen.

Sie stecken auch in Aussagen wie:

  • „Unsere Kunden wollen das.“
  • „Das ist unsere Stärke.“
  • „Damit waren wir immer erfolgreich.“
  • „So funktioniert unser Markt.“
  • „Unsere Mitarbeitenden brauchen das.“
  • „Diese Technologie wird unser Geschäft verändern.“

Solche Erklärungen sind notwendig. Sie helfen einer Organisation, Komplexität zu reduzieren und Entscheidungen miteinander zu verbinden.

Problematisch wird ein Narrativ, wenn es nicht mehr als Erklärung behandelt wird, sondern zunehmend als Beschreibung der Realität selbst.

Worauf ihre Perspektive besonders achtet

Bestehende strategische Narrative

Welche Erklärung verbindet einzelne Entscheidungen miteinander?

Was muss innerhalb dieser Erklärung stimmen, damit eine Strategie plausibel bleibt?

Organisationale Selbstbilder

Wie beschreibt sich eine Organisation selbst?

Passt dieses Selbstbild noch zu ihrem tatsächlichen Verhalten, ihren Fähigkeiten und ihren Strukturen?

Begriffe

Welche Begriffe tragen strategische Bedeutung?

Wenn von Innovation, Kundenzentrierung, Transformation oder Effizienz gesprochen wird, ist nicht automatisch klar, dass alle Beteiligten darunter dasselbe verstehen.

Solche Unterschiede können Entscheidungen beeinflussen, lange bevor sie ausdrücklich sichtbar werden.

Brüche

Wo passen strategische Erzählung, beobachtbare Realität und konkrete Entscheidungen nicht mehr zusammen?

Auslassungen

Welche Beobachtungen finden in der bestehenden Erklärung kaum Platz?

Was wird immer wieder als Ausnahme behandelt, obwohl es möglicherweise etwas Grundsätzlicheres zeigt?

Zusammenhang

Erklärt das Narrativ die vorhandenen Beobachtungen tatsächlich?

Oder verbindet es sie nur noch zu einer Geschichte, die weiterhin plausibel klingt?

Ein Narrativ kann überzeugen und trotzdem nicht tragen

Ein Narrativ kann verständlich, motivierend und intern breit akzeptiert sein.

Das sagt noch wenig darüber aus, ob die Annahmen dahinter stimmen.

Eine Organisation kann sich beispielsweise sehr überzeugend als innovationsgetrieben beschreiben und gleichzeitig Strukturen besitzen, die neue Ansätze systematisch erschweren.

Oder sie kann davon ausgehen, ihre Kunden sehr genau zu verstehen, obwohl sich deren Verhalten längst verändert hat.

Kerstins Perspektive richtet sich deshalb nicht primär darauf, wie überzeugend eine Geschichte erzählt wird.

Entscheidend ist, ob sie als strategische Erklärung noch funktioniert.

Wenn eine Erklärung selbstverständlich wird

Narrative reduzieren Komplexität. Genau deshalb können sie mit der Zeit sehr stabil werden.

Eine Erklärung, die lange funktioniert hat, wird irgendwann seltener als Erklärung wahrgenommen. Neue Informationen werden dann zunehmend innerhalb dieses bestehenden Verständnisses eingeordnet.

Das ist zunächst normal.

Schwierig wird es, wenn widersprechende Beobachtungen fast nur noch als Ausnahme interpretiert werden oder zusätzliche Erklärungen notwendig werden, damit das bestehende Bild erhalten bleibt.

Dann stellt sich die Frage, ob das Narrativ die Realität noch erklärt oder ob es vor allem das bisherige Verständnis schützt.

Bestehende Narrative prüfen

Die narrative Perspektive von nexoPreneur ist keine Storytelling-Leistung.

Kerstin entwickelt im Prüfmandat kein neues strategisches Narrativ, das an die Stelle des bestehenden gesetzt wird.

Geprüft wird die vorhandene Erklärung.

Dabei kann es beispielsweise darum gehen,

  • welche Annahmen in einem Narrativ stecken,
  • welche Beobachtungen es tatsächlich stützen,
  • wo Widersprüche bestehen,
  • welche Entscheidungen durch diese Erklärung plausibel werden,
  • und was sich verändern würde, wenn eine zentrale Voraussetzung nicht stimmt.

Das Ziel ist nicht die bessere Geschichte.

Das Ziel ist, genauer zu verstehen, welche Rolle die bestehende Geschichte für die Entscheidung spielt.

Herkunft der Perspektive

Kerstins Perspektive ist unter anderem durch langjährige Arbeit mit Marketing, Positionierung, Storytelling, Sprache und unternehmerischer Kommunikation geprägt.

Über viele Jahre ging es dabei darum, komplexe Zusammenhänge so zu verdichten, dass sie verständlich und anschlussfähig werden.

Die heutige Prüfperspektive betrachtet einen Teil dieser Arbeit von der anderen Seite.

Nicht mehr nur:

Wie lässt sich eine Geschichte verständlich machen?

Sondern auch:

Was geschieht, wenn die Geschichte selbst zum Prüfgegenstand wird?

Hinzu kommen unternehmerische Erfahrung und unterschiedliche Formen der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung.

Auch hier gilt: Eine andere Interpretation ist nicht automatisch besser.

Entscheidend ist, welche Erklärung der Prüfung standhält.

Kerstins Rolle innerhalb von nexoPreneur

nexoPreneur arbeitet nicht mit einer strukturellen Analyse auf der einen und einer getrennten Narrativanalyse auf der anderen Seite.

Die Prüfung erfolgt gemeinsam durch Kerstin Milde und Roger Kern.

Kerstins Perspektive richtet sich stärker darauf, wie bestehende Narrative, Selbstbilder und sprachliche Verdichtungen Entscheidungen beeinflussen.

Roger Kern betrachtet insbesondere Entscheidungslogik, Annahmen, Kriterien, Abhängigkeiten und strukturelle Zusammenhänge.

Beides lässt sich häufig nicht sinnvoll trennen.

Narrative beruhen auf Annahmen. Entscheidungslogiken wiederum entstehen innerhalb bestimmter Vorstellungen darüber, wie ein Unternehmen, sein Markt oder eine konkrete Situation verstanden werden.

Von der Perspektive zur gemeinsamen Prüfung

Kerstins Perspektive ist kein eigenständig buchbares Produkt.

Sie fliesst in die Prüfmandate von nexoPreneur ein.

Beim Strategie-Audit kann beispielsweise relevant sein, welches Marktbild, Kundenverständnis oder Zukunftsbild ein konkretes Vorhaben trägt.

Bei einer Deep-Dive-Analyse kann untersucht werden, welche bestehenden Erklärungen wiederkehrende Entscheidungs- oder Handlungsmuster stabilisieren.

Die Leistung bleibt in beiden Fällen eine gemeinsame Prüfung durch nexoPreneur.

Verbindung zur Architektur der Abweichung

Narrative beeinflussen auch, wie eine Organisation mit Beobachtungen umgeht, die nicht zum bestehenden Bild passen.

Eine solche Beobachtung kann relevant sein, sie kann eine Ausnahme darstellen oder sie kann tatsächlich wenig Bedeutung haben.

Welche dieser Möglichkeiten zutrifft, muss geprüft werden.

Problematisch wird es dort, wo die bestehende Erklärung bereits mitbestimmt, welche Abweichung überhaupt noch ernst genommen wird.

Diesen Zusammenhang beschreibt die Architektur der Abweichung genauer.

Im fachlichen Denkraum von nexoPreneur

Mehrere Analysen greifen Fragen auf, die eng mit Kerstins Perspektive verbunden sind.

Dazu gehören unter anderem:

  • Wenn Geschichten nicht mehr tragen
  • Ghosting im Vertrieb
  • Transformation als Anpassungsdruck
  • Wie Organisationen ihre eigenen Geschichten glauben
  • Das Paradox der moralischen Abgrenzung

Sie beschäftigen sich aus unterschiedlichen Richtungen damit, wie Sprache, Narrative und bestehende Erklärungen Wahrnehmung und Entscheidungen beeinflussen.

Weiterführend

Roger Kern

Seine Perspektive auf Entscheidungslogik, Annahmen, Kriterien und strukturelle Zusammenhänge.

nexoPreneur

Wie beide Perspektiven innerhalb einer gemeinsamen Prüfung zusammengeführt werden.

Prüfinstanz

Das Arbeitsverständnis hinter den Prüfmandaten von nexoPreneur.

Perspektive

Die übergeordnete Einordnung von strategischer Urteilsfähigkeit, Narrativen, Abweichung und Prüfung.